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Feierabend. Aber dein Kopf arbeitet weiter?

Grafische Titelkarte: Feierabend. Aber dein Kopf arbeitet weiter?

Der Laptop ist zu. Du sitzt auf dem Sofa. Eigentlich ist für heute genug erledigt.

Nur dein Kopf sieht das anders. Er geht noch einmal das Gespräch durch, das nicht gut lief. Dann fällt ihm die Nachricht ein, auf die du morgen antworten musst. Du bist längst zu Hause – gedanklich aber noch mitten im Arbeitstag.

Und irgendwann kommt auch noch der Gedanke: Jetzt entspann dich doch endlich.

Vielleicht braucht dein Feierabend nicht noch eine Aufgabe. Sondern einen Übergang, bei dem du nichts richtig machen musst.

Muss ich dafür anders atmen?

Nicht sofort. Du musst deinen Atem nicht verbessern, sobald du ihn bemerkst.

Funktionelle Atemarbeit beschäftigt sich bei Freiraum mit der Atmung in deinem Alltag. Wir schauen gemeinsam, was dir auffällt, welche Situationen dich belasten und welche kleinen Veränderungen zu dir passen könnten. Es geht um individuell angepasste Begleitung, nicht um möglichst lange Atempausen oder besonders intensive Erlebnisse. So beschreibe ich meinen Ansatz bei Freiraum.

Das ist eine Beschreibung meiner Arbeit, kein wissenschaftlicher Wirksamkeitsnachweis für mein Angebot.

Eine Pause ohne neues Soll

Wenn du magst, probiere beim nächsten Übergang vom Arbeitstag in den Abend etwas Kleines: Setz dich so hin, dass du bequem sitzt, und lass den Atem zunächst einfach kommen und gehen.

Du brauchst ihn nicht zu vertiefen, anzuhalten oder in einen festen Takt zu bringen. Der NHS betont bei seinen Atemempfehlungen für Stress ebenfalls, dass die Atmung angenehm bleiben und nicht erzwungen werden soll. NHS: Breathing exercises for stress

Dann reicht eine Frage: Was würde mir gerade guttun?

Vielleicht möchtest du kurz für dich sein. Vielleicht etwas trinken, dich bewegen oder jemandem erzählen, wie dein Tag war. Es darf auch sein, dass du es noch nicht weißt. Du musst keine Antwort finden, um die Pause machen zu dürfen.

Wenn die Aufmerksamkeit auf den Atem unangenehm wird, lass sie wieder los und schau dich im Raum um. Das hier ist eine Einladung zum Ankommen, keine Übung zum Durchhalten.

Was Atemarbeit kann – und was wir nicht versprechen sollten

Es wäre verlockend, daraus ein einfaches Versprechen zu machen: Atme richtig, dann hört das Grübeln auf. So eindeutig ist die Forschung nicht.

In einer randomisierten Studie mit 400 Erwachsenen wurde über vier Wochen langsam angeleitetes Atmen mit einer ebenfalls angeleiteten, schnelleren Atemweise verglichen. Die langsamere Variante war bei der Stressreduktion nicht überlegen. Beide Gruppen berichteten im Verlauf weniger Stress; daraus lässt sich kein spezifischer Vorteil der langsameren Methode ableiten. Fincham, Strauss und Cavanagh, 2023

Meine Einordnung: Atemarbeit kann ein Ansatz sein, den du mit passender Begleitung erkundest. Sie ist aber kein Beweis dafür, dass du bislang falsch geatmet hast. Und aus einer Studie zu einer bestimmten Atemtechnik folgt nicht automatisch, dass jedes Atemangebot dasselbe bewirkt.

Eine kurze Pause löst auch keine dauerhaft zu hohe Arbeitsbelastung. Manchmal braucht es Grenzen, ein Gespräch oder andere Unterstützung. Die Atmung muss nicht für alles zuständig sein.

Wann andere Hilfe wichtiger ist

Anhaltende Beschwerden solltest du nicht selbst auf Stress oder ein Atemmuster zurückführen. Gerade neue oder zunehmende Atemnot gehört medizinisch abgeklärt; bei schwerer Atemnot ist sofortige Notfallhilfe nötig. NHS: Shortness of breath

Meine Begleitung ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Bei gesundheitlichen Einschränkungen klären wir vorab, ob und in welchem Rahmen Atemarbeit überhaupt passend ist.

Wenn du deinen eigenen Einstieg finden möchtest

Vielleicht kennst du diesen Feierabend, an dem dein Kopf einfach weiterarbeitet. Du musst nicht schon wissen, welche Methode du brauchst.

Im unverbindlichen Erstgespräch kannst du erzählen, was dich gerade beschäftigt. Wir schauen gemeinsam, ob funktionelle Atemarbeit zu deinem Anliegen passt – oder ob ein anderer nächster Schritt sinnvoller ist.

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Hauke Peters · Freiraum